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Dr. Daniel Model und Jean-Pascal Bobst

Jean-Pascal Bobst, Bobst SA

BOBST ist der weltweit führende Lieferant von hochwertigen Anlagen und Dienstleistungen für Verpackungshersteller in den Bereichen Faltschachteln, Wellkarton  und flexible Materialien.

Herr Bobst, wann hat sich BOBST dazu entschieden, diese Maschine zu bauen?

Nach einer 3-jährigen Testphase haben wir beschlossen, den Fokus auf Wellkarton zu legen und dann auf Kompaktkartons und flexible Materialien. Daher haben wir im Jahr 2012 entschieden, vier Maschinen als Vorserie für den Wellkarton zu bauen.

Was war die Motivation dafür?

Wir gehören zu den weltweiten Marktführern im Flexodruck und kennen daher die Möglichkeiten in diesem Sektor sehr gut. Unserer Ansicht nach ist der Einsatz der Ink-Jet-Technologie ideal für den Wellkartonbereich.

Weshalb haben Sie so viel in den Digitaldruck investiert?

BOBST investiert ständig in Innovationen, manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Erfolg. Das ist echtes Unternehmertum. Was den Digitaldruck betrifft, so haben wir bereits im Jahr 1998 mit der
technologischen Entwicklung und digitalen Druckanwendungen angefangen! Seit dem Jahr 2009 waren wir dann überzeugt, dass die Technologie weit genug fortgeschritten war, um eine industrielle Lösung für unsere Kunden bereitzustellen. Model ist heute der Beweis dafür!

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Dr. Daniel Model, CEO und Chairman Model-Gruppe

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Innovation, Mut und Pioniergeist

Damit eine Innovation wie die Digitaldruckmaschine von BOBST überhaupt zum Einsatz kommt, braucht es genauso innovative Hersteller von Verpackungen, die mutig sind und als Pioniere vorausgehen.

Herr Model, woher kommt dieser Mut, der eine solche Entscheidung erst möglich macht?

In diesem Fall ist es die grundsätzliche Überzeugung, dass die markanten und permanenten Verbesserungen der Computertechnologie, vor allem in Bezug auf die Rechenleistungen, auch zu markanten Impulsen auf den Digitaldruck führen.

Was hat Sie dazu bewogen, dieses Wagnis einzugehen und in die erste BET A-Version der neuen Maschine von BOBST zu investieren?

Auch im Digitaldruck dürfen wir schon auf einige Jahre an Erfahrung zurückblicken. Wir haben deshalb geradezu auf diesen Quantensprung in der Produktivität gewartet. Als BOBST sein Digital-Projekt gestartet hatte, waren wir schon sehr früh im ‚Information-Loop‘ drin. Dies hat unsere Begeisterung an der Veränderung genährt.

Wer oder was hat Sie überzeugt?

Die Fakten überzeugen: Scharfes Druckbild, kurze Einrichtezeit, hohe Produktivität – und das Haus BOBST überzeugt durch grosses Engagement, sichtbare Kompetenz und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

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Christoph Haefeli, Leiter Verkauf und Mitglied der Geschäftsleitung, Model AG

Analog war gestern - Digital gehört die Zukunft

Die digitale Revolution ist auch für das Model Verkaufsteam eine interessante Herausforderung. Christoph Haefeli, Verkaufsleiter Model AG (Schweiz), was wird sich für Markenartikler mit der neuen Technologie grundlegend verändern?

Grosse Auflagen und die damit verbundenen hohen Lagerkosten werden eliminiert, die Leadtime ändert sich grundlegend. Die Markenartikler erhalten die Möglichkeit, Verpackungen in einem viel kürzeren Rhythmus mit jeweils neuen Druckbildern auszurüsten, ohne entsprechende Druckhilfsmittel (Druckplatten, Clichés etc.) erstellen lassen zu müssen.

Noch wichtiger geworden ist die Anlieferung von sehr präzisen, den Vorgaben entsprechend aufgebauten Druckdaten. Die neue Technologie bringt kleinste Abweichungen und Fehler im Aufbau der Druckdaten zum Vorschein. Das wirkt sich mittel- und langfristig in erhöhten Kosten oder idealerweise in Einsparungen und zu Gunsten der Time to Market aus. Die mit der Digitaldrucktechnologie 
einhergehenden Veränderungen erbringen massive Kostenvorteile bei Produkten, welche von der Dynamik von POS und Marketing getrieben sind, beziehungsweise bei Produkten, die zur Verkaufsförderung eingesetzt werden.


Weshalb soll ein Markenartikler auf das neue Druckverfahren umstellen?

Die Lieferfrist verkürzt sich und die Flexibilität nimmt zu, weil die Beschaffung der Hilfsmaterialien, welche in herkömmlichen Druckprozessen benötigt werden, wegfällt. Eine Intensivierung des Bestellrhythmus mit Drucksujetwechseln ist neu ohne Drucktoolkosten möglich. Stückgenaue Produktionsmengen, die Lagerreduktionen möglich machen, und die gezielte Anlieferung sind die Vorteile in der TCO-Betrachtung (TCO, Gesamtbetriebskosten). Die Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, sich von Altem zu lösen.

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Edoardo Finotti, Leiter Produktion und Mitglied der Geschäftsleitung, Model AG

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Die Beta-Version der Weltneuheit ist voll in den Produktionsprozess
eingebunden.

Herr Finotti, Sie haben den Investitionsantrag für diese neue Drucktechnologie gestellt. Weshalb?

Wir sind seit vielen Jahren aktiv im Bereich Digitaldrucktechnologie tätig. Die Weiterentwicklung dieses Druckverfahrens für die Herstellung von grösseren Auflagen in der Wellkartonindustrie war für mich immer eine Frage der Zeit, deshalb ist diese dritte Generation von Digitaldruckanlagen in der Model AG der nächste nachvollziehbare Schritt.

Warum gerade die Lösung von BOBST SA?

Weil es zurzeit auf dem Markt keine vergleichbare andere Lösung gibt im Bereich der digitalen Massenfertigung für die Wellkartonindustrie.

Die Digitaldruckmaschine druckt CMYK, jedoch keine Sonderfarbe. Sie erklärten am
Presseevent: „Mit CMYK decken wir 80 bis 85 Prozent des Farbraumes ab“.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir auch schwierige Markenfarben drucken können und unsere Kunden dann erstaunt sind, wie gut wir ihre Hausfarbe hinbekommen. Die Lackierung erfolgt im Moment in einem nachgelagerten Prozess, allerdings ist ein Lackierwerk für die Digitaldruckmaschine in Entwicklung.

Was unterscheidet die neue Digitaldruckmaschine von Lösungen, die bisher auf dem
Markt verfügbar waren?

Die Maschine von Bobst funktioniert mit einer wasserbasierten Drucktechnologie und ist eine vollautomatisierte Maschine für die personifizierte Massenfertigung von Digitaldruckerzeugnissen
in einer noch nie dagewesenen hohen Druckqualität (600x900dpi). Sie besticht durch ein glasklares Druckbild und hebt sich auch in der Produktivität mit einer unglaublichen Geschwindigkeit
von 200 m/min deutlich ab.

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Raphael Dörig, Verkaufsleiter Model AG und Gäste des Digitaldruck-Events

Die Weltneuheit wird vorgestellt


Das Design der 52m langen Digitaldruckmaschine begeisterte ebenso wie die Tatsache, dass ein einzelner Druckkopf 52'820'000'000 Farbtropfen pro Sekunde abgibt.